nullnullschneider

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  #1  
Alt 5. Aug 2007, 09:13
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Holzfäller
 
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Standard nullnullschneider

Seit in Minneapolis die Brücke eingestürzt ist
- wird auf allen Nachrichtensendern erklärt, was Ermüdung ist (*1
- wie man sich aus einem im Wasser versinkenden Auto rettet (*2
- werden allerorts schuldige Bürgermeister und zugehörige Projekte gesucht, für die Geld anstelle der Infrakstruktursanierung verschwendet wurde (*3

zu *1: Der CNN-Moderator biegt eine Büroklammer so oft hin und her, bis sie bricht und erklärt dann der Bildungsoberschicht: Das ist Ermüdung. (Ist natürlich falsch, weil Ermüdung bei Beanspruchungen unterhalb der Streckgrenze stattfindet)

zu *2: Gurt lösen, Scheibe runtermachen, tiefen Atemzug nehmen, rücklings rausklettern und sich, auf der Tür sitzend, nach hinten fallen lassen.

zu *3: Unter anderem: Sportstadien und Gesundheitssystem. LOL

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  #2  
Alt 5. Aug 2007, 09:13
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Standard Angekommen

Großzügig geschnittene 2er WG im typischen amerikanischen Gipskartonhauszusammengeschustertbaustil. Türen und Fenster setzten Einbrechern nur ein moralisches Hindernis entgegen....
Wohnraum, Küche, 2 Zimmer, 2 Bäder. Große Straße vorm Haus mit viel Lärm. Fenster schließen ist bei der Hitze keine Alternative, aber bisher hab ich nachts trotzdem geschlafen. Jetzt hab ich nen großen Ventilator im Fenster stehen der Luft durch die Gegend pustet.
Ich war Donnerstag und Freitag schon im Institut und hab so ein paar Leute und Maschinen kennengelernt. Warte noch auf die Rückkehr jener, die mehr zu sagen haben, z.B. was mein Thema nun explizit sein wird.
Mein MItbewohner ist ziemlich ruhig und schreibt gerade nur Diplomarbeit, ist deswegen auch übers Wochenende nicht weg. Die anderen Praktikanten sind Zelten gefahren, hier ist also momentan tote Hose. War Lebensmittel einkaufen und hab mein Zimmer sauber gemacht. War dringend nötig. Küche und Bad waren auch gleich mit dran. Hab Klamotten eingeräumt und versucht es mir gemütlich zu machen. Werd den Rest des Tages mal nutzen um meine Belegarbeit fertig zu machen. Morgen will ich mich mal nach draußen wagen

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  #3  
Alt 5. Aug 2007, 09:13
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Holzfäller
 
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Standard Reiseunannehmlichkeiten (oder wie ich nach Lansing, MI kam)

6:00 aufstehen in Dresden, 7:30 Abfahrt nach Berlin, 10:00 Check-In bei Delta nach New York JFK. Eine Stunde Wartezeit. Hinter mir ist die Schlage deutlich länger gewesen. Abschiednehmen *schluchz*.

Mit ner halben Stunde Verspätung gehts 12:30 los. Anfang hatte ich mich auf die Filme gefreut. Doch die Überkopfbildschirme zeigten alle andere Farbstiche und Störschatten. Die Audiobuchse für meinen Platz war kaputt und ging nur links. Das passte, denn mein Kopfhörer war links auch kaputt. Abgesehen davon war der Ton so leise, dass man es gegen den Fluglärm nicht hören konnte. Shrek 3 kam sowie nur auf Englisch und Spanisch.

Hab dann ein bisschen mit meinem Lappie gespielt. Ungünstig ist nur, dass er nicht aufgeklappt auf den Schoß passt. Entweder sieht man nichts auf dem Diplay oder die Tastatur direkt am Bauch. Essen war aber gut und Häagen-Daz Eis gabs auch.

Mit 30 Minunten Verspätung kamen wir dann auch an. Aus meinen 90 Minuten Transferzeit waren 60 geworden. Im Keller, bei der Einwanderungsbehörde standen mindestens tausend Leute, da waren wohl gerade mehrere Flugzeuge angekommen. Die Schlange waren unübersichtlich lang. Nach entlichem Hin und Her, Teilen der Schlagen und Zuweisen an andere Schalter stand ich dann an Schalter 19 in der Schlange. Der Officer dort brauchte 10 Minunten pro Person. Wenn er gerade da war. Nebenan gings mit 5facher Gewindigkeit weiter.

20 Minunten noch bis zum Weiterflug. Ich überredete ein paar Damen mich vorzulassen. Kam dann endlich dran. Der Officer ging weg.
Endlich durch. Bleiben 10 Minunten zum Flug. Boarding ist um diese Zeit meist schon abgeschlossen, aber die HOffnung stirbt zuletzt. Vielleicht ist ja auch dieser Flug zu spät.

Jetzt nur noch schnell Koffer holen, Zoll passieren und Koffer wieder aufgeben. Die kämen zwar nicht mehr pünktlich zum Flugzeug, aber die liefern dann ja nach Hause hinterher.
Und siehe da. Die Koffer drehten sich gerade vor mir übers Band. Zoll dauerte 1 Minute. Aber dann....
Um die Ecke erwartet mich eine weitere Schlange. Anstatt wie sonst üblich die Koffer auf ein Band zu stellen, wurden vor dem Förderband ALLE Koffer auf Sprengstoff geprüft. Also Papierchen drumrumreiben, in den Analysator schieben, Test abwarten, erst dann gings weiter. Dauert ne Minute pro Koffer. Für die Hundertschaften der internationalen Passagiere gab es 2 Maschinen mit 2 Mitarbeitern. In Worten ZWEI! Die Leute tobten, so ziemlich alle (auch ich) verpasste damit Ihre Anschlussverflüge. 45 Minuten dauerte das Abenteuer "Kofferwiederabgeben".

Der nächste Flug nach Cinncinati ging erst ca. 2,5 Stunden später. Mittlerweile zeigte meine innere Uhr auf 22:00, war hundemüde.
Eine Etage höher, im Delta-Terminal in JFK ging ich zum Umbuchungsschalter. Zwei Ladies stellten dort neue Tickets aus. 45 Minunten Wartezeit. Als ich mein Problem vortrug, wurde ich darauf hingewiesen, dass ich automatisch auf einen Ersatzflug von New York LaGuardia (der andere New Yorker Flughafen) umgebucht worden war, mit dem ich meinen Anschlussflug in Cinncinati noch bekommen hätte. Sie pampig: Der wäre aber jetzt weg, da hätte ich schon direkt zum Flughafenshutte gehen müssen.

Angeblich hätten Delta-Mitarbeiter unten im Anreisebereich sein müssen, die dort vor Ort dispatchen und solche Änderungen vornehmen und mitteilen. Ich merkte, dass die Frau keine Ahnung hatte, was in der Etage unter ihr gerade vorging....
Selbst hätte es diese Mitarbeiter da unten gegeben, wären sie vom Mob gelyncht worden.

Nach Lansing gings an diesem Abend nicht mehr, höchstens nach Cinncinatti. Einen Hotelgutschein wurde mir verwehrt, da die Verzögerung durch die EInreisebehöre entstanden sei und nicht durch Delta. Mein Argument, dass mit 60 Minunten Transferzeit abzüglich 15 Minunten Laufzeit und 45 Gepäckwiederaufgabe nur 0,0 Minunten für Einwanderungsbehörde und Zoll blieben, wollte sie nicht gelten lassen. Diskutieren war zwecklos. Wie immer. (Hilfloser Blick in den Computer: "Da kann ich nichts machen, es steht im System so drin").

Wollte Emailen und Hotels checken, wozu hat man nen Lappie... WLAN ist im JFK nicht kostenlos und niemand konnte mir sagen, wo man einen Zugang kauft. Alternativ hatte ich schon mehrere Münzgespräche führen wollen, jedesmal ohne Verbindung. Geld trotzdem weg.
Ich hing dann noch bis 7:30 pm Ortszeit (1:30 nachts) rum und konnte wenigstens einen Reisescheck einlösen um ein bisschen Bargeld zu haben (...Taxi usw.). Angerufen hab ich letztendlich mit meinem deutschen Handy. War überrascht, dass es ging.

Boarding war pünktlich, alle saßen in diesen kleinem Miniflugzeug. 30 Minunten Verspätung dann, weil zwei Plätze überbucht waren und noch ausgewürfelt werden muss, wer die Arschkarte kriegt. Weitere 30 Minunten, weil wir dank der verpeilten Tankcrew zuviel Kerosin hatten und kein Fahrzeug kam, um abzutanken. Ne Stunde später gings los. Aber noch nicht in die Luft. Wir verbrachten nämlich noch eine weitere Stunden auf dem Rollfeld bis zur Startfreigabe. 2 Stunden angeschnallt sitzen. Pinkeln gehen verboten.

Im Flugzeug lernte ich dann ne deutsche Familie und ein Mädel aus Berlin kennen, die auf der gleichen Verbindung von Berlin nach Cinncinati reisten und wie ich diesen Flug verpasst hatten. Der deutschen Familie wurde (am gleichen Schalter wo ich auch war!) gesagt, wir bekämen Hotelgutschein dann vor Ort. Die Berlinerin erzählte, wir würden vom Flughafen abgeholt werden. Was auch immer...

Ankunft 11:30p (halb 6 früh) in Cinncinati. Gelangweilte, feierabendgierige Bedienstete lotsten uns mit Bus und Laufband die Kilometer vom Außenterminal zum "richtigen" Termial. Dort war natürlich tote Hose. Nix mehr offen. Aber der Delta Airline Gepäckschalter war noch offen.
Wir hin und Anliegen vorgesprochen. Die deutsche Familie war abhangen gekommen. Auskunft am Schalter.... "nix zu machen"... Direkt am Flugzeug hätte es einen Gate-Agent gegeben, der Hotel angeboten hätte. Jetzt, 15 Minunten später nach 1 Kilometer Fußmarsch weit weg, war da niemand mehr zu erreichen. Und hin kommt man natürich auch nicht mehr.

Ich bitte darum, diesen Gate-Agent erneut anzurufen. Sie tut es genervt. Kurze Zeit später ist sie, der "Agent" zufällig am Schalter. GLeiche Auskunft: Hotels gibts nicht gratis, nur den Standarddeal, also 50 Dollar die Nacht/Zimmer und das wäre schon ein Zugeständnis. Das oder nix.
Ich bohre weiter, weise darauf hin, dass ich für diesen sauteuren Flug wenigstens ne Übernachtung erwarte, wenn es Delta versaubeutelt.
Sie: Der Flug war laut System wegen "Wetter" verspätet.
Ich: Unsinn, Wetter war überall gut. Gepäckaufgabe war überlastet.
Sie: Ich diskutiere mit ihnen nicht rum. 50 Dollar oder sie zahlen alles!
(Das Deja-vue: Disktieren zwecklos)

Wir lassen uns breitschlagen, bevor sie uns rauswirft. Aus Kostengründen lässt sich die Berlinerin und ich einen Voucher für ein Zimmer mit 2 Betten ausstellen. Das macht dann nur 25$ pro Person, dafür verzichten wir gerne auf die Privatspähre.

Das Hotel hat nen Flughafenshuttle, den sie für uns ruft, wir bräuchten dann nur draußen warten. Dort läuft uns die deutsche Familie übern Weg. Sie hat einen Delta-Gutschein für das gleiche Hotel wie wir. OHNE Eigenanteil. Sie hatten tatsächlich direkt nach dem Ausstieg (auf dem dunklen Rollfeld) jemanden angesprochen und sind dann durch Zufall an jenen Gate-Agent gelangt, der ohne Kommentar den Gutschein austellte, der bis auf einen kleinen Code-Unterschied mit unserem identisch war.

Beim Check-In im Hotel ließen wir die deutsche Familie vor. Da wir uns die ganze Zeit unterhielten (auf deutsch) entstand der Eindruck, dass wir wohl zusammengehörten. Als wir an der Reihe waren, reichte ich nur den Gutschein rüber uns sagte "Same for us". Und siehe da. 30 Sekunden hatten wir die schlüssel. OHNE Rechnung.
Mich hätte jetzt echt mal brennend interessiert ob jetzt der Typ an der Rezeption das verpeilt hat oder die Delta-Gepäck-Lady beim Ausstellen. Aber Nachfragen hab ich mir natürlich verkniffen. Jedenfalls binich nach 24,5 h Wachzeit endlich ins Bett gekommen. Tat echt gut!

Als Fazit bleibt:
- Nie wieder JFK als EInreiseflughafen
- Delta ist noch verpeilter als United
- Zahnbürste, Deo und Wechselschlüppi haben sich gelohnt
- Glaub keiner Angestellten was sie sagt, denn sie hat keine Ahnung! Frag 15 Leute und du bekommst 15 falsche Antworten.
- Ich find es toll, wenn man die Leute mir ihren eigenen Waffen schlagen kann. Einfach dumm kommen und es immer wieder neu versuchen

Ich hab übrigens schön ausgeschlafen. Meine Zimmergenossin war am morgen dann schon weg. Der Rezeptionist guckte kritisch beim Auschecken, da ich weder mit meiner Reisebekanntschaft auscheckte, die Zimmernummer auswendig konnte noch ihren Nachnamen wusste

Das Shuttle war fix am Flughafen. Check-Inn dauerte 10 Minunten. An der Sicherheitsschleuse nahmen sie mich komplett auseinander und untersuchten meine Trompete auf Sprengstoff Und die hatte so einen ganz neuen "Puffer". Das ist so ein magisches "Tor", wo du mit Luft abgpustet wirst, welche dann auf Sprengstoff untersucht wird. 10 Minunten später war ich im Außenterminal und hatte noch relaxte 50 Minunten bis zum Boarding. Die 40 Personen-Maschine hob pünktlich ab und ich war zum ersten Mal seit langer Zeit pünktlich auch da. Entgegen meiner Erwartung hatte sogar mein Gepäck die komplizierte Verzögerungs- und Umleitungstaktik überstanden und war in der gleichen Maschine wie ich mitgekommen. Logistische Meisterleisung!

Reisezeit Dresden-Lansing mit Delta Airlines: 34,5 Stunden

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  #4  
Alt 6. Aug 2007, 02:35
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Standard Ich hab Mexikaner!

Seid gestern weiß ich: Unter mir wohnen Mexikaner. Viele! Sie rauchen, trinken, kochen, feiern und unterhalten sich lautstark auf dem Balkon. Ganztägig.
(Ja Maria, das ist ungefähr so, als wenn du Spanier hast
Jedenfalls hab ich sämtliche Gerüche und Geräusche bei mir live im Zimmer, auch mit Fenster und Türen zu. Dem Gipskartonhaus sei dank.

Außerdem wohnt noch eine schwarze Lady mit im Haus, die apathisch durch einen durchguckt, wenn man ihr im Treppenhaus begegnet.

Damit dieser EIntrag nicht politisch inkorrekt rüberkommt, will ich noch erwähnen, dass ich hier noch niemanden sonst im Haus getroffen habe!

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  #5  
Alt 8. Aug 2007, 05:14
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Standard Von der Antike ins Mittelalter

Im Jahr 1999 hab ich mein erstes Bankkonto in den USA eröffnet. Ich war von dem vorsinnflutlichen Geldverkehr geschockt. Alles lief über Schecks, die, wenn von den Läden angenommen, gesammlt wurden, um am Ende des Monats bei der Bank eingelöst zu werden. Nach der EInlösung werden die Schecks, entsprechend markiert, von der Bank an den Kontoinhaber als Beleg zurückgeschickt. Da hat so ein Scheck schon ne kleine Reise gemacht, besonders wenn ich mit Schecks der Dorfbank aus Rhode Island in Californien bezahle.

So gesehen hat sich etwas geändert. Immerhin gibts jetzt Drive-Through-Geldautomaten, Kontoauszugsdrucker und man bezahlt seine EInkäufe jetzt auch elektronisch mit PIN anstelle der klassischen Kreditkarte, (die er Durchschnittsamerikaner wegen chronischer Überschuldung sowieso kaum noch einsetzen kann).

Seit heute nun hab ich mein Konto bei der Chase-Bank. Kontoführung, Debit-Kreditkarte (EIn Hybrid aus Visa- und EC-Karte), Onlinebanking ... alles kostenlos (Seite 1). Sogar ein rudimentäres Scheckheft gibts bei der Eröffnung dazu.
Erst beim Studieren der Bankgebühren (Seite 2) kommt einem die Erleuchtung: Nein, das Bankwesen ist zwar weiter, aber die Gebührenstruktur erinnert irgendwie doch an modernes Raubrittertum.

Eine Kostprobe:
- Gebühr für das erste Mal Konto überziehen/ungedeckter Scheck: 25$/Tag
- Gebühr, ab dem 5. Mal Konto überziehen/ungedeckter Scheck: 35$/Tag
- Eingehende Überweisung: 15$/Buchung
- Ausgehende Überweisung (international): 40$/Buchung

Im übrigen wirbt die Chase-Bank mit einem ganz neuen Service: Direct-Deposit. Das beudeutet, dass ein Arbeitgeber das Geld direkt aufs Konto überweist. (Stellt euch das mal vor, wie toll!)

Meine PIN muss ich übrigens bei der netten Chelsea, die mein Konto eröffnet hat, auf der Computertastatur eingegeben. Oh wie sicher!
Ich will gar nich wissen, wie das Onlinebanking hier abgesichert ist. Wahrscheinlich ein 3-stelliger Zahlencode oder so....

Und jetzt noch das letzte. Ich habe heute eine SSN (social security number) beantragt, da ich ja Arbeitnehmer bin. Waren 3 Blätter mit 6 Seiten. Die komplette letzte Seite erklärte, dass dieses Dokument auch dem Paper Work Reduction Act von 1995 genügt und wo man anrufen kann, wenn die veranschlagten 8,5 bis 9,5 Minuten zum Ausfüllen nicht gereicht haben.

Gute Nacht!

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  #6  
Alt 9. Aug 2007, 06:26
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Standard Einkaufserlebnisse

Heute war ich wieder Lebensmittel einkaufen. Zwei Supermärkte gibt es hier. EInmal den
Meijers und dann den ALDI. In Deutschland entspräche das einem Kaufland und einem ALDI.

Der Aldi sieht nicht nur von außen sondern auch von innen so aus wie bei uns (Ja, es ist wirklich ein Markt der dt. Kette). Gleiche logische Anordnung, auch wenn natürlich die Produkte anders sind. Aber kein Mensch geht dort einkaufen. Warum?

Man muss 25ct in den Einkaufskorb stecken, die man einbüßt, da man als echter Amerikaner den Korb nicht an die Korbsammelstelle zurückbringt. (Dafür gibts ja die Renter, Schüler und Analphabeten)
Die Lebensmittel werden dort an der Kasse von einem Korb in den nächsten umgepackt (DDR Konsum-Patent). Und nicht in 5.000 verschiedene Tüten. Und erst recht nicht ins Auto gebracht. Das muss der Konsument alles selbst machen. Die Gefahr dabei beobachtet zu werden ist einfach zu groß....

Und dann waren wir im Meijers. Überfluss und Auswahl ohne Ende. Frischobst und Biogemüse en masse. (SInd Feigenblätter Obst oder Gemüse?) Trotzdem gilt: Gesund einkaufen kostet mehr Geld. Viel Einkaufen kostet weniger Geld.
Auf zwei Kuriositäten sei noch hingewiesen.

1. Harten Alkohol gibts zu 80% in Kunststoffflaschen. Z.B. 0,8 l Jack Daniels im "Travelers Light-Pack "
2. Am Eingang bekommt man solche Kinder-Buggies mit EInkaufwagen dran. Und mit Fernseher drin!

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  #7  
Alt 11. Aug 2007, 00:30
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Standard 9jh-e77

Das ist das Nummerschild meines eigenen kleinen Meftls. Wer nachgucken will: Es ist ein 1994 Geo Prizm. Ein umbenannter Toyota Coralla, der nach dem Aufkauf von Chevy nur noch Chevy Prizm heißt. Die Farbe ist hässlich grün und es rostet je mehr, desto näher man rangeht. Der Typ von der Autowerkstatt hat aber gemeint, dass es 6 Monate noch allemal hält.
Der Motor schnurrt, Reifen gut, Bremsen okay und abgesehen von kleinen funktionalen Zipperlein aber noch in Ordnung. Von den 4 Autos der Austauschstudis hier ist es mit Abstand sowie das neuste Auto.
Hab ihn gestern gekauft und versichert, heute angemeldet und mit Nummernschild versehen.

Für 35 Dollar Aufpreis und zwei Wochen Wartezeit kann ich mir auf das Nummernschild drucken lassen was ich will. Zum Beispiel "STEFAN" oder auch (in Kansas ein Dauerbrenner) "EATBEEF". Hab ich mir aber gespart und dafür nur 5 $ mehr investiert, dass mein Nummernschild mit einem schönen Bildchen hinterlegt ist. Später kann ich mir dass dann mal in die Innenseite meiner Garagentür hängen und da ist mit Bild einfac cooler.

Die Versicherung versichert immer nur das eigene Auto, wenn dir jemand anderes Schaden zufügt ("No-Fault-Insurance"). Fahr ich jemanden rein, muss dessen Versicherung bezahlen. Haha
Außer ich fahre das Auto illegal (Sex, Drugs, RocknRoll), dann hab ich die Arschkarte.

Bau ich den Unfall legal, zahl ich meinen Schaden auch. Der Geschädigte kann mich dann auf maximal 500$ zivil verklagen, was dann meine Zusatzversicherung für 14$ abdeckt.
Kasko gibts natürlich auch, nur lohnt das bei einem dreistelligen Autowert eher nicht.

In allem ist das System ein bisschen sinnlos, da unfallfreies Fahren nicht honoriert wird.

Tja, und dann wäre da noch die Gebühren. 55 $ für Registrierung und Kennzeichen. 15 $ fürs Umschreiben des Fahrzeugbriefes und 18$ Steuern.... die richten sich nämlich nach dem Verkaufspreis des Autos. Zufälligerweise war mein Auto besonders billig

Wenn ich hier Steuern eintreiben müsste, würde ich diese rezibrok zum Alter des Autos erheben. Das hätte auch den notwendigen Effekt, dass hier 30% der Autos dorthin kämen wo sie hingehören: Auf den Schrottplatz.

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  #8  
Alt 12. Aug 2007, 01:09
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Standard Deck Damage

Ein Arbeitskollege, echter Amerikaner, war eine zeitlang bei der Marine auf einem Flugzeugträger. Er erzählte, dass es regelmäßig vorkommt, dass beim Rangieren auf Deck es Unfälle gibt, die meist auf menschliche Unachtsamkeit zurückgehen.
Er meinte, dass dabei jährlich circa 10 Flugzeuge alleine verloren gehen, indem sie über Board geschuppst werden

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  #9  
Alt 14. Aug 2007, 02:06
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Standard Welcome to the Hood

Sonntag war ich in Detroit. Ein Kollege hatte Besuch aus Deutschland der umherreiste und im Auto war noch ein Platz. Eigentliches Ziel war das dortige Henry Ford Museum ("greatest history attraction in the US"), das jedoch schon geschlossen hatte. Wir zogen also Plan B vor und fuhren Downtwon.
Der Weg fuehrte durch 50km Vorort, vorbei an der 8 Mile Road. Diese Gegend hatte wohl ohne Veraenderungen fuer den gleichnamigen Film als Kulisse gedient.

Unendlich ausgebreitete, heruntergewirtschaftete Wohnviertel, zerschlissene Strassen, Dreck. Manchmal bewohnt, manchmal auf 200 Meter links und rechts leer und verwahrlost. Gansterrapper, die sich permanent mit einer Hand die Baggypants halten muessen, damit sie nicht herunterrutschen. Alte schwarze Ladies, die in EInkaufswagen Sachen durch die Gegend schieben. Irgendwie schien auch auf jedem Sender dort Eminem zu laufen.
Ja, wir waren durch den armen Sueden eingefahren. 99% Schwarze Bevoelkerung, 26% unter der Armutsgrenze.
Noerdlich davon: 18% Schwarze, 2,5-faches Einkommen, 6% unter der Armutsgrenze.
30 Minunten Gansterrap live, oh Mann, die Leute dort beneide ich nicht....

Downtown war dann doch ein ganz nettes Erlebnis. Es war Sonntag, also kein Berufsverkehr, dafuer aber ein bisschen Jahrmarkt, Musik und viele Menschen unterwegs (ich meine jetzt ohne Auto, das ist naemlich selten!). Wir Weissen waren zwar immer noch die deutliche Minderheit, aber zumindest nicht mehr die Einzigen.
Wir schlenderten durch die Staende und promenierten an der Riverfront, wo man ueber den Fluss in etwa 200 m Entfernung Kanada sehen kann. Wir versuchten dann noch in dem riesigen GM-Tower irgendwie nach oben zu kommen, was grundsaetzlich scheiterte. In den Nebentuermen gings nur mit speziellem Chip und im Marriot-Hotel mogelten wir uns zwar auf Etage 68, allerdings hat der Flur dort keine Fenster nach aussen und die dortige Putzfrau wollte uns unsere herzliche Bitte einen Blick durch ein Zimmerfenster zu schauen unverstaendlicherweise nicht gewaehren....

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  #10  
Alt 16. Aug 2007, 06:39
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Standard Dachschaden

Heute morgen, kurz nach sieben, fing es an, ca. 1,5 m über mir, auf dem Holzflachdach zu hämmern. 2 weitere Hammerer fügten sich dem hinzu und arbeiteten sich kreuz und quer übers Dach. Ja, das mit dem Holzdach ist kein Witz, die Schläge konnte ich auf 5 cm genau orten. Mein Mitbewohner gab kurze Zeit später das Skypen auf.
Beim Verlassen des Hauses stand ein großer Anhänger mit Aufschrift "Roofing" quer auf der Wiese. Offensichtlich hat es doch was mit Instandsetzung zu tun.

Bei meiner Rückkehr waren Balkon und Fensterbrett mit Schutt und Teerpappe zugedreckt. (Keine Blumen, keine Wäsche... puhh! )
Die Dachluke im Treppenhaus zeichnet sich in ihrer Kontur auf gleiche Weise vom Teppichboden ab. Außerdem ist unser Dach provisorisch nur noch mit einer Folie abgedeckt, die teilweise lose flatternd über den Dachrand guckt.
Falls es morgen regnen soll, pack ich meinen Laptop in den Küchenherd.

An sich ist die Maßnahme ja löblich und wird hoffentlich dazu beitragen, dass sich nicht noch mehr Wasserflecken an der Decke ansammeln. Aber so ein kleiner klitzekleiner Hinweiszettel am Eingang, so nen halben Tag vorher.... wäre schon nicht schlecht gewesen.
Will aber mal nicht meckern, die Türklinke, die wohl schon seit Ewigkeiten kaputt ist (und es niemanden außer mir gestört hat) wurde noch am gleichen Tag repariert. Mal guggen wie lange mein Mückefenster noch im zerfetzten Zustand vor sich hin wedeln muss und ab wann ich dann nicht mehr abendlich die Entscheidung zwischen Erstickungstod und Erstechungstod wählen muss.

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  #11  
Alt 22. Aug 2007, 07:13
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Standard Wochenendeffektivität (Reisebericht Pictured Rock)

Gegen Freitag um 5pm brachen Christian, ein Arbeitskollege, und ich samt zusammengeborgter Zeltausrüstung gen Norden auf. Der Weg führte uns durch einsame Wälder bis an die Nordspitze der unteren Michigan-Halbinsel, die wir pünktlich zum SOnnenuntergang erreichten. Von dort führt die Mackinaw-Bridge, eine gigantische Brücke ähnlich der Golden Gate Bridge, auf die obere Michigan-Halbinsel (ja, Michigan besteht aus zwei Halbinseln. Nachzugucken in jedem Atlas )
Nach der Brücke, schon im dunkeln haben wir bei McDonals Abendbrot gefasst und stilecht beim Auofahren verzehrt. Gegen 11, mittlerweile stockfinster, wurde uns klar, dass wir den vermutlich vollständig belegten Nationalparkzeltplatz nicht mehr erreichen würden. Glücklicherweise fanden wir dann direkt auf dem Weg, in einem der letzten 200-Seelen-Gemeinden vor dem Ende der Welt noch einen kleinen "primitive campground".
Das heißt: Plumsklo, Wasserpumpe und viel Ruhe, Platz und EInsamkeit. Wunderbar. Bezahlt wird dort im Selbstregistrierverfahren, das geht so: Leeren Stellplatz suchen, an der Registriersäule Zettel und Umschlag holen. Reisedaten eingeben, Geld in Umschlag stecken und in einen Safe einwerfen. Einen zweiten Zettel klemmt man dann an die Stellplatzsäule fest als Manifest: Besetzt! Das System ist total simpel und funktioniert gut, da Amerikaner bei sowas eigentlich nicht bescheißen. Erst recht nicht, wenn der Stellplatz 5$ die Nacht kostet.

Im Licht der Scheinwerfer bauten wir das Zelt (zum ersten Mal) auf, da wir keine andere Lampe dabei hatten, abgesehen von meiner Minimag. Für 2 Ingenieure war das natürlich kein Problem, vermutlich hätten wir es im dunkel doppelt so schnell geschafft. Anschließend suchten wir die Toiletten, die im Busch versteckt waren, öffneten noch ein Geburtstagsbier und genossen den unglaublich hellen Sternhimmel.

Die Nacht war ziemlich frisch, ich hätte nicht gedacht, dass ich MItte August trotz 2xFleecejacke und langer Unterhose beim Zelten friere. Mehr Klamotten hatte ich ja gar nicht mit. Mittlerweile hab ich mich nun zum zweiten Mal getäuscht, ich hatte nämlich ursprünglich auch nicht gedacht, dass mir Mitte September im Wüstenstaat Utah das Zelt überfriert (Sommerurlaub 2006).

Frühstück in der Sonne, Zelt abgebaut, weiter ging Richtung Norden. Eine Stunde später waren wir im Nationalpark "Pictured Rocks National Lakeshore" und klapperten die ersten Aussichtspunkte ab. Zum Mittag gabs Pilzbohnen mit Reis, dannach wollten wir eine Runde wandern, die uns im Besucherzentrum besonders empfohlen wurde. Die Zufahrt gestaltete sich aber schwieriger, da die letzten 10 Kilometer nicht mehr asphaltiert waren. Der Weg an sich war schon glatt, aber durch die Ketten der Schieberaupe, die bei Feuchtigkeit wohl immer wieder den Weg gerade schiebt extrem wellig. Mein armer kleiner Geo klappterte und schüttelte grausam und ich war damit beschäftigt eine Geschwindigkeit zu finden, bei der möglichst wenig Eigenfrequenzen des Autos angeregt werden. Nebenbei waren da noch tiefe Sandlöcher, böse große Steine, eine riesge Staubwolke hinter mir und so weiter. Normalerweise fahren die Amerikaner ihre großen Jeeps und SUVs dort spazieren, wenn sie nicht gerad Angst um ihren Effektlack haben.

Die Wanderung war toll und führte in weiten Stecken oben direkt an der Kante der 100 Meter hohen Klippen entlang, die steil direkt bis in den Lake Superior abfallen. Wie immer war es einsam, sobald man sich mehr als 10 Minunten vom Parkplatz entfernt. Wir kehrten von den 12 Meilen pünktlich zum Einbruch der Dunkelheit zurück, allerdings mit Blasen an den Füßen, da wir beim Baden wohl Sand dazwischen bekommen hatten.

Die Küste, wie man sich schon nennen kann ist einfach unglaublich schön. Ein paar Bilder werden folgen, sobald ich eine Möglichkeit habe die online zu stellen. Dass sich ganz im Norden eine solche Landschaft befindet hätten wir beide nicht gedacht. Es wechseln sich dort riesige Klippen bunter Felsen, flache Sandstrände wie in der Karibik und riesige Dünenlandschaften ab. Dazu vereinzelt ein paar einsame Leuchtürme, die nötig waren, da die Handelsschiffe auf dem See immer in Ufernähe unterwegs waren, aber wegen den dichten Nebels oft auf Riffen aufliefen. (John Maynard...)
Abgesehen vom fehlenden Salzgeschmack ist der See wie ein Meer. Steifer Landwind tagsüber, große Wellen, kein gegenüber sichtbar.

Für die zweite Übernachtung standen wir wieder vor einem Problem. Kein Zeltplatz und schon wieder dunkel. Zur anderen Seite des Parks, die wir am nächsten Tag besuchten wollten gab es zwei Optionen: wie zuerst gekommen außen rum über Asphaltstraßen, ca. 150 km Strecke oder quer durch, unasphaltiert ca 50 km (Im Atlas steht meistens: "Unimproved Road, drive on your own risk, Four-Wheel-Drive recommended). Ganz günstig auf dem Weg lagen da weitere primitive campgrounds, welche von der Nationalwald-Verwaltung betrieben werden und sicherlich noch freie Plätze haben.
Naja, no risk, no fun, wir entschieden uns für das Abendteuer. Im Finsteren ruckelten wir eine reichliche Stunde mit Tempo 30 bis 50 auf einer von der Planierraupe geschobenen Schneise durch den stockfinsteren Wald. Gute Karten und gutes Kartenlesevermögen sind dann Gold wert!
Die ersten beiden angesteuerten Plätze waren geschlossen, den dritten erreichten wir dann endlich gegen halb 11. Es gab neben Wasser und Plumsklo ganze 10 Stellplätze, von denen auch noch welche frei waren. Juhu! Zeltaufbauen und Kochen im Dunkeln war ja schon Routine.

Nach einer weiteren kalten Nacht krochen wir morgens aus dem Zelt und stellten fest, dass wir direkt an einem kleinem See zelteten. Frühstück, Abbauen, Baden gehen, dann ging es weiter. Uns erwarteten ca. 40 km unbefestigter Straße uns unbekannten Zustands. Es ruckelte und schüttelte noch ärger als am Vortag aber irgendwie kamen wir ohne Panne, dafür mit einem total eingestaubten Auto durch. Seitdem habe ich auch ein nahzu blindes Vertrauen in meinen Geo.

WIr schlenderten dann wieder entlang der Küste, besuchten einen Leuchturm samt der trotzdem dort gestrandeten Schiffe aus der Zeit um 1900 als dort große Mengen Erze und Holz aus Kanada transportiert worden. Weiter gings zu 100 Meter hohen Dünen, die man nach unten rutschen konnte (und darf). Die Wir-empehlen-ihnen-das-nicht-zu-tun-wenn-sie-folgende-Krankheit-haben-Liste war doppelt so lange wie in jedem Freizeitpark. Sie wies auch darauf hin, dass der Aufstieg länger dauert als der Abstieg, dieser sehr anstrengend sein wird und außerdem, dass es kein Trinkwasser unterwegs gibt. Sicher ist sicher...

Gegen 18:00 traten wir die Heimreise an. Bis auf eine einstündige Kochpause brezelten wir mit üblicher Geschwindigkeit (erlaubt+10mph) nach Lansing zurück, was uns circa 6 1/2 Stunden kostete. Unterwegs begann es dann zu regnen, wobei ich ungüstigerweise feststellte, dass meine Scheibenwischerblätter völlig hinüber sind, weshalb ich den Rest ohne Wischen gefahren bin. Da im Niemandsland außer weißen Seitenstreifen (sofern vorhanden) sowieso nichts zu sehen ist, war das auch nicht so wild. A propos Wild... wir haben fast kein Wild gesehen, was uns schon sehr verwundert hat. Aus weiter Ferne gabs mal einen flüchtendes Reh sowie einen Waschbär auf der Rückfahrt, der sich ganz lässig gerade auf der Autobahn putzte, sicher aber glücklicherweise für die richtige Spur entschieden hatte.

Jedenfalls war das Wochenende sehr schön. In Lansing hatte es von Samstag an in Strömen geregnet während wir echtes Luxuswetter hatten, wenn auch etwas kühl.
Gefahren sind wir übrigens 1300 Kilometer. Allerdings kann man das Wochenende noch effektiver ausnutzen: Eine Gruppe von 5 Austauschpraktikanten hier ist übers gleiche Wochenende mit einem uralten Buick nach New York GEFAHREN. Freitag Mittag los, 12 h nonstop nach Staten Island. Von dort früh morgens auf die Fähre (ohne Auto) nach Manhatten. Übernachtet im Hotel, zurück dann Sonntag abend, Ankunft Montag 7:00 Uhr morgens. 8 Uhr ist Arbeitsbeginn. Da bleiben immerhin ganze zwei Tage in New York, sofern man jemanden findet der dann zurückfährt.

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  #12  
Alt 24. Aug 2007, 07:24
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Standard Car Wash

Heute habe ich zum ersten Mal MEIN Auto gewaschen. Auch wenn nichts weiter gemacht habe, als die Frontscheibe von Innen zu putzen und den Staub aus den Türrahmen zu wischen, den ich unbeabsichtigt, deswegen vermutlich auch illegal, aus dem Pictures Rocks Nationalpark entfernt hatte, war es doch ein befriedigendes Gefühl über so ein eigenes Maschinchen zu wischen, das einen zügig und schnell überall hinbringt. Dabei hab ich eine Entdeckung gemacht. (Nein, nicht die vielen Roststellen). Mein Geo hat Metallic-Lackierung! Von außen sieht man das eigentlich nicht, weil das viele Wintersalz, Sonne und Regen den Lack über Jahre doch arg mitgenommen hat. In den wettergeschützten Türrahmen allerdings ist der originale Zustand unter der Waldwegstaubschicht erhalten geblieben.
Jetzt denke ich sogar über eine Autowäsche nach... wer weiß, vielleicht kommen ja noch verchromte Teile zum Vorschein

Ein ganz kleines Bisschen kann ich sogar verstehen, warum viele Deutsche Samstag vormittag so verliebt an ihrem Auto rumputzen, während die Frau Mittagessen kocht. Das rechtfertigt jedoch nicht den Putzzwang unseres entfernten Nachbars auf dem Naunhofer Weg in Dresden der seinen Audi nach JEDER Renternfahrt putzt. Scheiben, Polieren, Aussauge. Amüsant. Vermutlich hat er den Lack durch, bevor er die ersten 100.000km gefahren ist.

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  #13  
Alt 25. Aug 2007, 07:21
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Standard Für den Durch und Überblick

Hier gibts 'Meine Welt' bei Google Maps. Wer wissen möchte, wo ich wohne, arbeite und meine Lebensmittel kaufe, wo ich Urlaub mache und wo hier Tornados niedergehen.... der kann ja gerna mal reingucken.

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  #14  
Alt 25. Aug 2007, 07:21
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Standard Tornado

Heute nachmittag kam Unruhe im sonst so stillen Labor auf. Aufgeregte Leute mit Funkgeräten wiesen darauf hin, dass soeben eine Tornadowarnung für Lansing ausgegeben wurde. Knapp südwestlich von uns (Potterville) war bereits einer aufgesetzt.
Als Bunker dienten jeweils die Toiletten (ebenerdig, da kein Keller), da diese fensterlos waren. Ansonsten war das Gebäude ausnahmsweise gemauert, das machte zuversichtlich. Wir verbrachten etwa 10 Minunten in stickiger Luft, bevor die Warnung aufgehoben wurde.

EIne halbe Stunde war ich dann zu Hause. Abgesehen von den verstopften Abflüssen, welche ganze Seeenlandschaften auf den Parkplatz zauberten, waren bei uns vorm Haus mehere Bäume umgeknickt und hatten ein paar Autos beschädigt. Gegenüber auf der großen Kreuzung war ein Strommast umgebrochen und hing quer über die Straße. Alle Straßen waren mit Laub und Zweigen bedeckt, es muss wohl sehr starke Böen gegeben haben.

Besonders auffällig waren jedoch die vielen Gaffer die über UNSEREN Parkplatz fuhren und liefen und die Leute fotografierte, die die Bäume wegsägten. Wie spannend.... Beruhigend für mich war dagegen:
- Dass ich meine Wäsche mittags trotz des schönen Wetter doch nicht rausgehangen habe (ich hätte sie wohl nicht mehr wiedergefunden)
- Unsere einscheibigen Fenster und Türen (direkt in Windrichtung) nicht eingedrückt worden sind. Es regnet hier wirklich waagerecht!
- Das notdürftig gedeckte Dach noch drauf war. Bei dieser Gelegenheit steckte ich meinen Kopf durch die vom Sturm abgerissene Dachluke und konnte mich vergewissern, dass Wasser nicht so schnell durchsickert. Auf dem Flachdach stand nämlich circa 5 cm hoch das Wasser. Die durch das Dach geführten Abläufe waren zwar der tiefste Punkt (immerhin) aber an der notwendigen Neigung mangelte es. Naja, vielleicht kann man im Winter da oben Schlittschuhlaufen.

Der Strom war weg, ist aber wieder da. Lüfter ging nicht, Abendessen gabs kalt und im Klo musste ich Kerze anmachen. Gegenüber die Tankstelle und Münzwäscherei, die sonst mit ihren 100 Neonröhren selbst quer über 5 Spuren unseren Parkplatz noch ausleuchten liegen immer noch in Dunkelheit und Ruhe. Wie schön. Vielleicht kommen dann diese Nacht nicht die Idioten, die ihre aufgebohrten Sportwagen nachts um 2 Gassi fahren.

Das Internet verrät mir gerade (inkl. Bildern und Video), dass es tatsächlich bei Lansing noch einen zweiten Tornado gegeben haben soll. Nur läppische 3 Meilen sündlich von mir.

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  #15  
Alt 25. Aug 2007, 07:21
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Standard Wochenendeffektivität (Reisebericht Pictured Rock)

Gegen Freitag um 5pm brachen Christian, ein Arbeitskollege, und ich samt zusammengeborgter Zeltausrüstung gen Norden auf. Der Weg führte uns durch einsame Wälder bis an die Nordspitze der unteren Michigan-Halbinsel, die wir pünktlich zum SOnnenuntergang erreichten. Von dort führt die Mackinaw-Bridge, eine gigantische Brücke ähnlich der Golden Gate Bridge, auf die obere Michigan-Halbinsel (ja, Michigan besteht aus zwei Halbinseln. Nachzugucken in jedem Atlas )
Nach der Brücke, schon im dunkeln haben wir bei McDonals Abendbrot gefasst und stilecht beim Auofahren verzehrt. Gegen 11, mittlerweile stockfinster, wurde uns klar, dass wir den vermutlich vollständig belegten Nationalparkzeltplatz nicht mehr erreichen würden. Glücklicherweise fanden wir dann direkt auf dem Weg, in einem der letzten 200-Seelen-Gemeinden vor dem Ende der Welt noch einen kleinen "primitive campground".
Das heißt: Plumsklo, Wasserpumpe und viel Ruhe, Platz und EInsamkeit. Wunderbar. Bezahlt wird dort im Selbstregistrierverfahren, das geht so: Leeren Stellplatz suchen, an der Registriersäule Zettel und Umschlag holen. Reisedaten eingeben, Geld in Umschlag stecken und in einen Safe einwerfen. Einen zweiten Zettel klemmt man dann an die Stellplatzsäule fest als Manifest: Besetzt! Das System ist total simpel und funktioniert gut, da Amerikaner bei sowas eigentlich nicht bescheißen. Erst recht nicht, wenn der Stellplatz 5$ die Nacht kostet.

Im Licht der Scheinwerfer bauten wir das Zelt (zum ersten Mal) auf, da wir keine andere Lampe dabei hatten, abgesehen von meiner Minimag. Für 2 Ingenieure war das natürlich kein Problem, vermutlich hätten wir es im dunkel doppelt so schnell geschafft. Anschließend suchten wir die Toiletten, die im Busch versteckt waren, öffneten noch ein Geburtstagsbier und genossen den unglaublich hellen Sternhimmel.

Die Nacht war ziemlich frisch, ich hätte nicht gedacht, dass ich MItte August trotz 2xFleecejacke und langer Unterhose beim Zelten friere. Mehr Klamotten hatte ich ja gar nicht mit. Mittlerweile hab ich mich nun zum zweiten Mal getäuscht, ich hatte nämlich ursprünglich auch nicht gedacht, dass mir Mitte September im Wüstenstaat Utah das Zelt überfriert (Sommerurlaub 2006).

Frühstück in der Sonne, Zelt abgebaut, weiter ging Richtung Norden. Eine Stunde später waren wir im Nationalpark "Pictured Rocks National Lakeshore" und klapperten die ersten Aussichtspunkte ab. Zum Mittag gabs Pilzbohnen mit Reis, dannach wollten wir eine Runde wandern, die uns im Besucherzentrum besonders empfohlen wurde. Die Zufahrt gestaltete sich aber schwieriger, da die letzten 10 Kilometer nicht mehr asphaltiert waren. Der Weg an sich war schon glatt, aber durch die Ketten der Schieberaupe, die bei Feuchtigkeit wohl immer wieder den Weg gerade schiebt extrem wellig. Mein armer kleiner Geo klappterte und schüttelte grausam und ich war damit beschäftigt eine Geschwindigkeit zu finden, bei der möglichst wenig Eigenfrequenzen des Autos angeregt werden. Nebenbei waren da noch tiefe Sandlöcher, böse große Steine, eine riesge Staubwolke hinter mir und so weiter. Normalerweise fahren die Amerikaner ihre großen Jeeps und SUVs dort spazieren, wenn sie nicht gerad Angst um ihren Effektlack haben.

Die Wanderung war toll und führte in weiten Stecken oben direkt an der Kante der 100 Meter hohen Klippen entlang, die steil direkt bis in den Lake Superior abfallen. Wie immer war es einsam, sobald man sich mehr als 10 Minunten vom Parkplatz entfernt. Wir kehrten von den 12 Meilen pünktlich zum Einbruch der Dunkelheit zurück, allerdings mit Blasen an den Füßen, da wir beim Baden wohl Sand dazwischen bekommen hatten.

Die Küste, wie man sich schon nennen kann ist einfach unglaublich schön. Ein paar Bilder werden folgen, sobald ich eine Möglichkeit habe die online zu stellen. Dass sich ganz im Norden eine solche Landschaft befindet hätten wir beide nicht gedacht. Es wechseln sich dort riesige Klippen bunter Felsen, flache Sandstrände wie in der Karibik und riesige Dünenlandschaften ab. Dazu vereinzelt ein paar einsame Leuchtürme, die nötig waren, da die Handelsschiffe auf dem See immer in Ufernähe unterwegs waren, aber wegen den dichten Nebels oft auf Riffen aufliefen. (John Maynard...)
Abgesehen vom fehlenden Salzgeschmack ist der See wie ein Meer. Steifer Landwind Seewind tagsüber, große Wellen, kein Land gegenüber sichtbar.

Für die zweite Übernachtung standen wir wieder vor einem Problem. Kein Zeltplatz und schon wieder dunkel. Zur anderen Seite des Parks, die wir am nächsten Tag besuchten wollten gab es zwei Optionen: wie zuerst gekommen außen rum über Asphaltstraßen, ca. 150 km Strecke oder quer durch, unasphaltiert ca 50 km (Im Atlas steht meistens: "Unimproved Road, drive on your own risk, Four-Wheel-Drive recommended). Ganz günstig auf dem Weg lagen da weitere primitive campgrounds, welche von der Nationalwald-Verwaltung betrieben werden und sicherlich noch freie Plätze haben.
Naja, no risk, no fun, wir entschieden uns für das Abendteuer. Im Finsteren ruckelten wir eine reichliche Stunde mit Tempo 30 bis 50 auf einer von der Planierraupe geschobenen Schneise durch den stockfinsteren Wald. Gute Karten und gutes Kartenlesevermögen sind dann Gold wert!
Die ersten beiden angesteuerten Plätze waren geschlossen, den dritten erreichten wir dann endlich gegen halb 11. Es gab neben Wasser und Plumsklo ganze 10 Stellplätze, von denen auch noch welche frei waren. Juhu! Zeltaufbauen und Kochen im Dunkeln war ja schon Routine.

Nach einer weiteren kalten Nacht krochen wir morgens aus dem Zelt und stellten fest, dass wir direkt an einem kleinem See zelteten. Frühstück, Abbauen, Baden gehen, dann ging es weiter. Uns erwarteten ca. 40 km unbefestigter Straße uns unbekannten Zustands. Es ruckelte und schüttelte noch ärger als am Vortag aber irgendwie kamen wir ohne Panne, dafür mit einem total eingestaubten Auto durch. Seitdem habe ich auch ein nahzu blindes Vertrauen in meinen Geo.

WIr schlenderten dann wieder entlang der Küste, besuchten einen Leuchturm samt der trotzdem dort gestrandeten Schiffe aus der Zeit um 1900 als dort große Mengen Erze und Holz aus Kanada transportiert worden. Weiter gings zu 100 Meter hohen Dünen, die man nach unten rutschen konnte (und darf). Die Wir-empehlen-ihnen-das-nicht-zu-tun-wenn-sie-folgende-Krankheit-haben-Liste war doppelt so lange wie in jedem Freizeitpark. Sie wies auch darauf hin, dass der Aufstieg länger dauert als der Abstieg, dieser sehr anstrengend sein wird und außerdem, dass es kein Trinkwasser unterwegs gibt. Sicher ist sicher...

Gegen 18:00 traten wir die Heimreise an. Bis auf eine einstündige Kochpause brezelten wir mit üblicher Geschwindigkeit (erlaubt+10mph) nach Lansing zurück, was uns circa 6 1/2 Stunden kostete. Unterwegs begann es dann zu regnen, wobei ich ungüstigerweise feststellte, dass meine Scheibenwischerblätter völlig hinüber sind, weshalb ich den Rest ohne Wischen gefahren bin. Da im Niemandsland außer weißen Seitenstreifen (sofern vorhanden) sowieso nichts zu sehen ist, war das auch nicht so wild. A propos Wild... wir haben fast kein Wild gesehen, was uns schon sehr verwundert hat. Aus weiter Ferne gabs mal einen flüchtendes Reh sowie einen Waschbär auf der Rückfahrt, der sich ganz lässig gerade auf der Autobahn putzte, sicher aber glücklicherweise für die richtige Spur entschieden hatte.

Jedenfalls war das Wochenende sehr schön. In Lansing hatte es von Samstag an in Strömen geregnet während wir echtes Luxuswetter hatten, wenn auch etwas kühl.
Gefahren sind wir übrigens 1300 Kilometer. Allerdings kann man das Wochenende noch effektiver ausnutzen: Eine Gruppe von 5 Austauschpraktikanten hier ist übers gleiche Wochenende mit einem uralten Buick nach New York GEFAHREN. Freitag Mittag los, 12 h nonstop nach Staten Island. Von dort früh morgens auf die Fähre (ohne Auto) nach Manhatten. Übernachtet im Hotel, zurück dann Sonntag abend, Ankunft Montag 7:00 Uhr morgens. 8 Uhr ist Arbeitsbeginn. Da bleiben immerhin ganze zwei Tage in New York, sofern man jemanden findet der dann zurückfährt.

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  #16  
Alt 27. Aug 2007, 07:34
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Standard In die Höhle des Löwen

Freitag überwand ich mich endlich mal auf dem Campus zur Musikfakultät zu fahren. Die haben ne Menge Bands und Orchester, und da würd ich ja auch gerne tätig werden.

Die einfache Variante nennt sich Campusband und ist ein 120-köpfiges Blasorchester für die, die das nur zum Spass betreiben. So wie ich. Jeder kann mitmachen. Allerdings sagen mir meine bisherigen Erfahrungen, dass man mit 120 Blasinstrumenten keine Musik mehr macht sondern höchstens Krach.
Die anderen, besseren Blasorchester mit sinnvoller Besetzungsstärke proben 3-5 Mal die Woche, und das verbietet sich mir schließlich auch, will ja eigetnlich Diplomarbeit schreiben.

Die kompliziertere Variante sind die Gruppen der Jazz-Abteilung. Da gibts Bigbands, Combos, Oktetts usw. und vor allem Leute, die Jazz richtig echt studieren und mich in Grund und Boden blasen können. Aber versuchen kostet nix.

Nun fand ich an diesem Freitag heraus, dass die Vorspiele dafür gleich an jenem Abend waren. Ich trug mich in die Liste ein und fragte mich, wie irre man sein muss, ohne Vorbereitung (und nach langer Spielpause) sich aus der Kalten an der Musikhochschule für ein Orchester zu bewerben.
Abends gegen 7 kam ich zurück, worauf ich einen Zettel (persönlich an mich) fand, der mir mitteilte, dass die Vorspiele verschoben wurden. Ich sollte mir eine neue Zeit am Sonntag suchen und mich bei den anderen Instrumenten eintragen. Das Problem daran war, dass die Listen komplett voll waren und sich bereits Leute hinten an geschrieben hatten. DIe nächste freie Zeit war 9:40 abends.

Heute, am Sonntag, machte ich mich nun auf, zu Hause warmgespielt und pünktlich. Mental war ich darauf vorbereitet, dass ich der Letzte des Tages sein werde, der vor übermüdeten Professoren herumstümpert und rausgeschmissen wird.
Tatsächlich waren aber im "Warteraum" noch mindestens 20 Leute, mit und ohne Instrumeten und alles sehr unübersichtlich.
Ich suchte mir dann einen Trompeter, unterhielt mich mit ihm und quetschte ihn über die Modalitäten aus. Dabei fand ich heraus, dass wir im Zeitplan 2 Stunden hinterher waren und jeder ein Stück vorbereitet haben sollte (was ich natürlich nicht hatte) und dass die Meisten hier im Raum Jazz als Hauptfach belegen.
Etwas Zuversicht machte sich dann aber breit als ich erfuhr, dass es durchaus immer mal wieder Externe gegeben hat und gerade dieses Jahr besonders wenig Trompeten da sind.

Zwei Bassisten, zwischen den ich zu sitzen kam, machten diese aber sofort wieder zunichte. Sie unterhielten sich über gefühlte 500 Jazzmusiker, von denen ich bestenfalls Miles Davis, John Coltrane und Dizzy Gelispie schon mal gehört hatte und sogar wusste,welche Instrumenten sie spielen, allerdings nicht getroffen hatte. Weiter unterhielten sie sich über den Bass der er sich jetzt bald kaufen wird, und dass er nur 65.000 kosten wird, und dass der Satz Saiten für 650 Dollar das Geld voll wert sind. (Meine Trompete hat nicht mal einen vierstelligen Betrag gekostet).
So gesehen unterscheiden sich die Musikstudenten nicht viel von denen in Deutschland.
Der Trompeter war aber bodenständig und voll korrekt (War ja auch ein Trompeter).

Irgendwann kurz vor Mitternacht kam ich als vorletzter dann dran. Mittlerweile hatte sich an die 50 Leute versammelt, die die Zusammenstellungen ähnlich wie die UEFA-Cup-Auslosung mitm Spannung erwarteten. Im Saal saßen 3 schwarze Professoren, als wären sie gerade vom Blues-Brother-Dreh gekommen. Ich spielte meine Einleitung aus It don't mean a thing, die ich mittlerweile rückwärts konnte. Dann sollte ich vom Blatt spielen. Es handelte sich um (meines Erachtens) willkürlich zusammengewürfelte Noten, die maximal synkopiert und disharmoniert waren (und zudem meine Höhe überschritten). Nach 4 Takten hatten sie offenbar genug und ich konnte wieder gehen. Rausgeschmissen hat mich zumindest niemand. Morgen fahr ich mal vorbei und schaue wohin mich mein Glück verschlagen hatte, denn das Main-Event wollte ich nicht mehr abwarten. Vielleicht komm ich ja auf die Auswechselbank für Trompeter

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  #17  
Alt 28. Aug 2007, 06:47
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Standard Einmal Hölle und zurück

Sonntag war ich in der Hölle. Ein Ort um die Ecke heißt tatsächlich Hell, Michigan. Es gab ca. 15 Häuser, eine Straße und nen Bikerclub (und was da Sonntag Nachmittag los ist.... Bilder folgen) und ein gruseliges Eiskaffee. Schicke Holzbude im Addams-Family-Look, einen Live-Grusel-Animator, eingelegten Kuststoff-Gehirnen, -augen und -händen sowie einer gigantischen Auswahl an T-Shirts und Kaffeetassen. ("I have been to hell an back!")
Leider haben die Leute da die Kernkompetenzen aus den Augen verloren. Das Eis war eklig.

Der Grund des Ausflugs war aber nicht die Hölle sondern der Mountainbikerhimmel. Christian hatte Samstag unter Vorheucheln von Interesse es geschafft bei einem Fachhändler zwei "Specialized" Testfahrräder (Stückwert 2000$) kostenfrei auszuborgen, die wir tatsächlich in seinen Saturn (eine Limosine) reinbekommen haben. Damit sind wir in den Pinckney-Naturpark gefahren, in dem es tolle Mountainbike-Strecken gibt. Dichter Wald, Hügel, steile Abfahrten, wechselnder Untergrund, Matsch, enge Kurven... dafür kann ich mich sogar begeistern, obwohl ich kein Mountainbiker bin. (Ja Bernhard, ein Grund zum Neid)

Die Stecke war flacher als in der Moab-Wüste und deshalb schnell und ohne Schieben befahrbar. Statt Tod durch Verdursten gabs dafür Tod durch Mückenstich und Tod durch Poison Ivy. Christian hatte sein Fahrrad mitten in eine solche Pflanze reingelegt. Mal gucken obs uns/ihn erwischt. Abwaschen ging vor Ort erstmal nur provisorisch. Jetzt gehts daran die spannenden 7..10 Tage Zeit bis zum potenziellen Ausbruch abzuwarten.

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  #18  
Alt 28. Aug 2007, 23:58
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Standard Meckert nicht rum

Als Halter eines motorgetriebenen Verkehrsfahrzeuges komme ich nicht drumherum, auf die Missstände des amerikanischen Transportwesens zurückzukommen. Deshalb die neue Kategorie: (Auto)mobil

Heute aktuell: Spritpreise. Die Tankstelle schräg gegenüber hat die Benzinpreise von heute MIttag von 2,82 $/gal auf 3,09 $/gal angehoben.
Und das lange Wochenende (Sa, So, Mo (Laborday)) ist ein paar Tage noch hin. Schweinerei!

Die hier ebenfalls eigenartigen Preisbildungsmechanismen sorgen auch dafür, dass zum Beispiel der Spirt in Alabama 2,15 kostet und in Utah oder Nevada 3,30.

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  #19  
Alt 30. Aug 2007, 07:11
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Standard Chemical Hygiene & Laboratory Safety / Hazardous Waste Initial Training Course

Oder auch Arbeitsschutzbelehrung auf amerikanisch. Nach ganzen 29 Tagen hier im Institut bin ich heute aufgefordert folgende Website aufzurufen und mir nacheinander die Seiten durchzulesen.
Bevor ihr es euch antut: Es sind über 100 Seiten. Dazwischen sind jeweils ein paar Testfragen (Multiple Choice) die man aber, sofern falsch angeklickt, unter Zuhilfenahme des Zurück-Buttons so oft probieren kann wie man will.
Am Ende der langen Tortour gibt man seine Daten (Namen, Studentennummer, Betreuer, etc.) ein, worauf eine weitere Seite erscheint die dann sagt: Max Mustermann hat den Kurs bestanden. Diese Seite druckt man sich aus und dann ist man arbeitsschutzbelehrt....

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  #20  
Alt 30. Aug 2007, 07:21
Benutzerbild von Apoptosis
Apoptosis Apoptosis ist offline
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Apoptosis ist ein LichtblickApoptosis ist ein Lichtblick
Standard AW: Chemical Hygiene & Laboratory Safety / Hazardous Waste Initial Training Course

- hey stefan,

als wir in cleveland waren, mussten wir auch sowas machen, bei uns hieß das COMET und erfolgte natürlich online ... außerdem hatten wir so'n vertraulichkeits/schweigepflicht-dingens, welches zu absolvieren war ... letzteres kostete uns nen halben tag am wochenende und war insofern doof, als das man eben nicht zurückgehen konnte, sondern im zweifelsfall alles neu machen musste (viel nerviges rumklicken) ...
Angehängte Dateien
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  #21  
Alt 31. Aug 2007, 06:48
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Standard Dachschaden II

Seit vorgestern wird wieder an unserem Dach gearbeitet. Rausgefunden haben wir das wieder gegen 7 Uhr morgens. Die von mir als provisorisch angenommene Folie wurde jetzt mit ordentlichen Leisten an der Dachkante gefasst. Die Dachschindeln aus Teerpappe, die beim "abmontieren" letzte Woche dabei mit "runtergefallen" sind allerdings nicht ersetzt worden, da gucken immer mal wieder die Dachplatten durch.

Andererseits mach im mir ums Dach nun keine Gedanken mehr. Es hat die verganenen Tage so oft richtig stark geschifft und durchgekommen ist nichts. Laut Augenzeugenberichten gabs nicht nur nen Tornado 3 Kilometer südlich von mir sondern direkt vor meinem Balkon auf der Kreuzung. (Mist, ich war auf Arbeit!)
War aber die Sparausgabe, also ein Windhöschen das mal kurz aufgesetzt ist. Deswegen auch nur ein paar umgeknickte Bäume und Strommasten. (Wenn wenigstens eins davon unter der Erde liegen würde, könnte man vermeiden, dass bei Wind die Strommasten immer die Bäume beschädigen...)

Das mit den null Verletzten muss ich zurücknehmen. Es gab Verletzte, südlich von hier sehen ein paar Häuser auch eher aus, wie man sie aus dem Fernsehen kennt. Aber dass bei 10 Tornados in besiedeltem Gebiet es keine Todesopfer gab ist wohl selten.

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  #22  
Alt 31. Aug 2007, 06:48
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Standard Jazz Band II

Heute war ich zur ersten Probe in der Jazzband II, das sind die, die für die erste Jazzband nicht reingekommen sind. Abgesehen davon, dass die vierte Trompete fehlt, ist das ne echte Bigband. Die Literatur ist relativ modern und die Rythmusgruppe (Zupfbass!) atemberaubend und steht wie eine Wand hinter mir. Der Titel heute war Fastswing, Halbe mit 170 Beats...

Die 5 Saxen brezeln die Läufe vom Blatt, als hätten sie es geübt (Fastswing, Halbe mit 170 bpm). Und ein Solo jagt das andere. An den Trompeten haben wir aber alle drei heute rumgefuscht. Wobei ich hauptsächlich gesucht habe, wo wir gerade sind. Der Rhythmus ist aber auch hart und der tolle Blattleser war ich ja nie.

Dirigent ist Prof. Gardner, der wohl in der Count Basie Bigband schon mit rumtrompetet hat. Ist ein sympathischer junger Typ der relativ und routniniert die Band leitet.

Nunja, soweit die ersten Eindrücke. Das ganze blüht mir nun DIenstags und Donnerstags von 13:50 für jeweils 2 Stunden. Vom Chef hab ich das okay, wenn ich das hinten dran hänge. Harter Preis, aber so ein bisschen Campusluft zu schnuppern ist schon mal cool.

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  #23  
Alt 1. Sep 2007, 07:15
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Standard Labor Day

Montag ist Labor Day, frei übersetzt "Tag der Arbeit". Eigenartigerweise ist das ein Feiertag, also gibts ein langes Wochenende.
Übrigens ist das kein Zufall, dass das Wochenende lang wird. Die meisten Feiertage fallen hier nciht auf bestimmte Tage im Monat wie bei uns sondern auf bestimmte Wochentage. Labor Day ist zum Beispiel immer der erste Montag im September.
Dass die Feiertage immer auf Montag oder Freitag fallen ist dabei natürlich kein Zufall. Bei Weihnachten hat man aus Gründen der internationalen Konformität wahrscheinlich eine Ausnahme gemacht

Ich fahr übers Wochenende weg, campen. Ein weiterer Nationalpark steht an: Sleeping Bear Dunes in Nordmichigan, diesmal nicht ganz so weit. Die Gelegenheit muss genutzt werden, der Sommer ist ja bald vorbei, die Nächte sind jetzt schon kalt.

Dienstag gibts dann sicherlich nen neuen Reisebericht. Außerdem werde ich aufklären was es mit Instant Oil Change auf sich hat.

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  #24  
Alt 5. Sep 2007, 05:28
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Standard Meckert nicht rum II

Dass der Sprit 4 Tage vor dem langen Wochenende teuer wird und dann zum Wochenende nachgibt, ist schon leicht verwunderlich. Dazu muss man wissen, dass Laborday das inoffzielle Ende des Sommer markiert, welcher mit dem Memmorial Weekend im Frühjahr eingeläutet wird. Nach dem Labor Day machen die Freizeitparks zu, Open Air Veranstaltungen werden eingestellt und die Dünenbuggys und 4 Wheeler in die Garage gepackt.

Labor Day fährt jeder weg, der was auf sich hält, demzufolge sind die hohen Preise ja nicht verwunderlich. (Lansing 3,10, Samstag)
Im Nationalparkgebiet wars üblich teuer, so um die 3,20.
Glücklicherweise gibts etwa 30 Minunten nördlichen von Lansing eine "Benzinpreissenke", die wir durchquerten. Dank Internet wussten wir davon und konnten gezielt für 2,78 den Tank volllaufen lassen. Lansing lag mittlerweile wieder bei 3,05 am Montag abend.

Heute Mittag, genau eine Woche später (Black Tuesday???), trifft mich doch der Schlag.... in Lansing kostet das Benzin 3,25! Ruckzck alle Tankstellen im Viertel einheitlich um 20 Cent angezogen.

Achso, an dieser Stelle will ich nochmal vermelden, dass mein 14 Jahre alter, maskierter Toyota Coralla mit ganzen 6,2 l/100 km auskommt!
Das enspricht in etwa 38 Meilen pro Gallone Sprit. Damit kann ein Hummer wahrscheinlich gerade mal die Klimaanlage betreiben.

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